Hering angeln

Die zugänglichste Fischerei der Ostseeküste: vom Ufer und von den Molen, ohne Boot.

Clupea harengus

Hering (Clupea harengus)
Foto: Unknown · Public domain · Wikimedia Commons

Saisonkalender

Jan
Feb
MärAprMai
Jun
Jul
Aug
SepOktNov
Dez

Aktive ZeitLaichzeit — Fänge zurücksetzen

Saison
März–Mai, September–November
Wassertemperatur
3–14 °C
Laichzeit
März–Mai
Verhalten
Schwarmbildender Köderfisch

Köder

  • Heringspaternoster
  • Kleiner Pilker

Zeit

  • Ende März bis Mai: der Laichzug in die Unterwarnow und die Tromper Wiek. Das ist die Hauptsaison.
  • September bis November: eine zweite, verstreutere Welle.
  • Sonnenaufgang und Sonnenuntergang; bei Bewölkung den ganzen Tag.

Technik

  • Fertiges Heringspaternoster mit fünf bis sieben Haken und 20-60 g Blei.
  • Auf Grund ablassen, drei bis vier kurze Züge, zehn Sekunden Pause; den Takt gibt der Fisch vor.
  • Steht der Schwarm hoch, Blei leichter wählen, damit die oberen Haken arbeiten.
  • Meerforelle und Hornhecht folgen denselben Schwärmen, daher eine zweite Spinnrute bereithalten.

Regeln

Für die Unterwarnow ist eine gesonderte Erlaubnis der Hansestadt Rostock nötig; an der Küste Rügens gilt die Küstenkarte.

Wann ist Heringssaison?

  • Frühjahr (Ende März bis Mai): die Hauptsaison. Die Heringe ziehen zum Laichen in Förden, Bodden und Flussmündungen der Ostsee.
  • Herbst (September bis November): eine zweite Welle, weniger dicht und schwerer vorherzusagen.
  • Der Beginn hängt vom Wasser ab: Sobald die Küstengewässer im Frühjahr auf etwa 4–5 °C steigen, kommen die ersten Schwärme.

Die bekanntesten Heringsplätze

  • Rostock: Unterwarnow und Stadthafen, der Klassiker schlechthin, oft Schulter an Schulter an der Kaikante.
  • Rügen und Greifswalder Bodden: Molen, Hafeneinfahrten und Brücken.
  • Kiel und Kieler Förde: Hafenanlagen und die Schwentinemündung.
  • Flensburger Förde, Eckernförde und Fehmarn: Molen und Brücken mit Zugang zu tieferem Wasser.

Ein guter Hinweis sind andere Angler: Wo die Heringe stehen, stehen auch die Ruten dicht an dicht. Bleibt es still, lohnt sich ein Platzwechsel.

Köder und Vorfach

  • Heringspaternoster: fünf bis sieben kleine Haken (Größe 6–10) mit Fischhaut, Flash oder Glitzerfolie.
  • Blei 20–60 g je nach Strömung und Tiefe, im Hafen reicht oft wenig.
  • Kleiner Pilker: statt des Bleis montiert, bringt er zusätzliche Bisse von Hornhecht und Dorsch.

Ausrüstung

  • Leichte Spinn- oder Pilkrute von 2,70–3,60 m mit 20–80 g Wurfgewicht; an der Kaikante reicht eine kürzere Rute.
  • Stationärrolle der Größe 3000–4000 mit 0,25–0,30 mm Monofil oder dünner Geflochtener.
  • Ein Eimer mit Wasser und ein Kühlbehälter: Heringe kommen oft in Serie.

Vom Fang zur Küche

  • Heringe sofort kühlen; sie verderben bei Wärme schnell.
  • Klassisch werden sie als Brathering eingelegt, gebraten oder geräuchert.
  • Für die Ostseeküste brauchst du einen gültigen Fischereischein sowie je nach Bundesland eine Küstenangelerlaubnis oder die Fischereiabgabe. Örtliche Sonderregeln (etwa in Häfen) vorher prüfen.

Häufige Fragen

Hering: Wann ist die beste Fangzeit?
Die produktive Zeit für Hering liegt zwischen März–Mai, September–November. März–Mai ist die Laichzeit; Fänge sollten in diesen Monaten zurückgesetzt werden.
Hering: Bei welcher Wassertemperatur beißt er?
Hering ist zwischen 3 und 14 °C am aktivsten. Außerhalb dieses Bereichs lässt die Fressaktivität deutlich nach.
Hering: Welcher Köder funktioniert?
Bewährte Köder: Heringspaternoster, Kleiner Pilker.

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